MDK BB intensiviert Dialog mit Ärzteschaft

30. November 2017
Berlin

MDK BB intensiviert in regelmäßigen Fachveranstaltungen den Dialog mit der Ärzteschaft 
 
Der MDK Berlin-Brandenburg sucht im Dialog mit der Ärzteschaft nach Wegen zur Verbesserung des Miteinanders.
 
Die Ärzteschaft in Niederlassung und Klinik hat im Alltag vielfältige Berührungspunkte mit dem MDK: Typischerweise benötigt der MDK für die Begutachtung Informationen über die Behandlung der Patientinnen und Patienten. Die Ärztinnen und Ärzte wünschen sich wiederum Transparenz über Begutachtungsergebnisse und möglichst wenig Zeitaufwand für die Kooperation mit dem MDK. 
 
Dankbar für gute Zusammenarbeit
 
„In den meisten Fällen läuft die Zusammenarbeit in jährlich vielen tausend Fällen routiniert und professionell. Dankbar sind wir als MDK der Brandenburger und Berliner Ärzteschaft in Klinik und Niederlassung besonders für die schnelle Übermittlung von Unterlagen. Das ist ein wichtiger Beitrag für die Einhaltung von gesetzlichen Bearbeitungsfristen. Somit erhalten die versicherten Patientinnen und Patienten schnellstmöglich Klarheit“, würdigt Dr. Axel Meeßen, Geschäftsführer und Leitender Arzt des MDK BB, das Miteinander.
 
Verständnis vertiefen und Abläufe verbessern
 
Dr. Meeßen weiter: „Gleichzeitig zeigen uns Rückmeldungen der Ärztinnen und Ärzte auf der einen Seite sowie unserer Gutachterinnen und Gutachter auf der anderen Seite, dass Möglichkeiten zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses und einer Verbesserung der Abläufe bestehen. Da es im Alltag nur selten möglich ist, über diese grundsätzlichen Dinge zu sprechen, laden wir Ärztinnen und Ärzte jetzt regelmäßig zu Fachveranstaltungen ein. Als Referentinnen und Referenten setzen wir auf eine Mischung von Gästen aus allen Sektoren des Gesundheitswesens und erfahrenen Gutachterinnen beziehungsweise Gutachtern.“
 
Vier Beispiele aus dem Jahr 2017 zeigen beispielhaft die Bandbreite der Themen:
 
6. Juni 2017:
Start des neuen Fortbildungsangebotes für Ärztinnen und Ärzte am 6. Juni 2017. Thema: Begutachtung von vermuteten Behandlungsfehlern durch den MDK sowie die Vermeidung von Behandlungsfehlern in Kliniken und Praxen. Seit längerer Zeit kooperiert der MDK mit Kliniken und Fachgesellschaften. Ziel ist, die Fehlerkultur zum Wohle der Patientinnen und Patienten voran zu bringen. In dieser CME-zertifizierten Fortbildung standen, in Anwesenheit des Präsidenten der Berliner Ärztekammer, Dr. Günther Jonitz, Erfahrungen und Ansätze zur Fehlervermeidung im Mittelpunkt.
 
Im Dialog für eine bessere Fehlerkultur in der Medizin: Der MDK BB und seine Gäste 
 
4. Oktober 2017:
Mit einer Gesetzesänderung wurde „Medizinalcannabis“ im März 2017 ein verschreibungsfähiges Medikament. Ärztinnen und Ärzte können seitdem Cannabinoide verordnen, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind:
 
1.) Die Erkrankung ist schwerwiegend.
2.) Es gibt keine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung bzw. eine solche sollte nach Einschätzung des behandelnden Arztes im Einzelfall nicht angewendet werden.
3.) Es gibt eine „nicht ganz entfernt liegende Aussicht“, dass Cannabinoide auf den Krankheitsverlauf oder schwerwiegende Krankheitssymptome „spürbar positiv einwirken.“
 
Die Aufgabe des MDK ist es, den medizinischen Sachverhalt zu bewerten und auf dieser Basis eine Empfehlung an die Krankenkasse abzugeben. In unserer zweiten sozialmedizinischen Fortbildung gingen wir unter anderem folgenden Fragen nach: Was bedeutet die Zulassung von Medizinalcannabis für die Versorgung? Wie können die Beteiligten gemeinsam mit dieser fachlichen Herausforderung umgehen? Als Gast referierte unter anderem Dr. Daniela Bussick, Pharmazeutin von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). 
 
11. Oktober 2017:
Konzentrierte Atmosphäre in abendlicher Stunde
Auch in der „Begutachtung von Arbeitsunfähigkeit“ nutzt ein reibungsloses Miteinander der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mit dem MDK allen Beteiligten. Zur Veranstaltung aus unserer Reihe „MDK im Dialog“ konnten wir rund 25 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte begrüßen.
 
Gastreferent war Dr. Andreas Zemke, niedergelassener Orthopäde in Berlin. Offenkundig wurde, dass niedergelassene Ärzte oft im Spannungsfeld zwischen eigener Einschätzung, dem MDK-Begutachtungsergebnis und Patientenwünschen stehen. Zugleich ist es für Versicherte manchmal schwer, die sozialmedizinischen Hintergründe des gutachterlichen Votums des MDK nachzuvollziehen. Die Zunahme psychisch-bedingter Arbeitsunfähigkeit wird als gemeinsame Herausforderung angesehen. Der Abend mündete in den übereinstimmenden Wunsch, den Dialog fortzusetzen.
 
06.11.2017:
Die weitere Folge unserer Fortbildungsreihe hatte den Schwerpunkt „Plastische und Ästhetische Chirurgie“. Zunehmend wünschen sich Versicherte Körperformkorrekturen durch die Plastische und Ästhetische Chirurgie. Manche Eingriffe dürfen die gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlen, für andere hingegen müssen sie die Kosten übernehmen. Beispielsweise bei Anträgen auf Kostenübernahme für Straffungsoperationen oder zur Rekonstruktion der weiblichen Brust beauftragen die Krankenkassen immer wieder den MDK, um Klarheit zu erlangen. Zwei Fachärztinnen der Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie/Handchirurgie des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam referierten zu Straffungsoperationen nach Gewichtsreduktion sowie zu neuen Ansätzen für die Brustrekonstruktion: Dr. Kathleen Thiels, Dr. Christiane Kersten. Der Chefarzt der Klinik,  Dr. Mojtaba Ghods bereicherte die anschließende Diskussion. 
 
Vorschläge willkommen!
 
Dr. Axel Meeßen freut sich auf die Fortsetzung des Dialogs mit den Ärztinnen und Ärzten: „Der MDK Berlin-Brandenburg wird diese erfolgreich gestartete Veranstaltungsreihe fortsetzen. Ich lade die Brandenburger und Berliner Ärztinnen und Ärzte in Niederlassung sowie Klinik herzlich ein, an diesen interessanten Begegnungen teilzunehmen. Gerne nehme ich auch Ihre Vorschläge für künftige Themenschwerpunkte entgegen. Sprechen Sie mich einfach an!“