Begutachtung von Behandlungsfehlern – Jahreszahlen 2017 für die Länder Berlin und Brandenburg

5. Juni 2018
Berlin
 
Der MDK Berlin-Brandenburg setzt den Qualitätsdialog mit Ärzten und Pflegenden fort.
1.421 Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern hat der MDK Berlin-Brandenburg (MDK BB) im Jahr 2017 erstellt. In 34 Prozent der Fälle wurden Behandlungsfehler festgestellt.
 
Die Frage, ob ein Behandlungsfehler vorliegt und der Patient einen Schaden erlitten hat, bejahten die Experten des MDK BB in 34 Prozent aller Fälle (absolut: 483 Fälle). In 30,3 Prozent aller Fälle (absolut: 431 Fälle) stellten die MDK-Gutachter fest, dass der Behandlungsfehler zugleich die Ursache für den jeweiligen Schaden war.
 
Der MDK wird nicht nach repräsentativen Kriterien beauftragt. Daher ist es nicht möglich, aus diesen Begutachtungsergebnissen allgemeine Rückschlüsse auf die Behandlungsqualität in der Region zu ziehen.
 
Die festgestellten Fehler betreffen die unterschiedlichsten Erkrankungen und die verschiedensten Behandlungen. Die operativen Fächer, zum Beispiel die Orthopädie und die Unfallchirurgie, kommen häufiger vor, was mit der Augenfälligkeit von Fehlern nach Operationen zusammenhängen kann.
 
Im Interesse der Patienten bringt sich der MDK Berlin-Brandenburg weiter für die Verbesserung der Sicherheitskultur ein. Dazu Dr. Axel Meeßen, Geschäftsführer und Leitender Arzt des MDK Berlin-Brandenburg:
 
„Seit Jahren werten wir die Ergebnisse unserer Begutachtungen freiwillig zusätzlich aus. Wir erkennen und beschreiben zunächst typische Fehler und Möglichkeiten, diese zu vermeiden. Anschließend gehen wir mit Ärzteschaft und Pflegenden in den Dialog darüber. Wir sind stolz, in den vergangenen rund drei Jahren mit insgesamt rund 1.000 Kolleginnen und Kollegen unserer Region in Krankenhaus, Niederlassung und Pflegeeinrichtungen gesprochen zu haben. Somit trägt der MDK Berlin-Brandenburg einerseits mit seinen Behandlungsfehler-Gutachten dazu bei, Patientinnen und Patienten zu helfen. Gleichzeitig unterstützt er Ärzte und Pflegefachkräfte partnerschaftlich dabei, Fehler zu vermeiden.“